Köflach Stoelzle-Lehrlinge schnüren „Klimapakt“ 29.01.2026 Klimaschutz wie im echten Leben – nur als Planspiel: Im November 2025 organisierte der Veranstalter beteiligung.st im Rahmen der Partnerschaft im Ausbildungsnetzwerk für Klimaschutz „Ich tu’s“ erstmals ein Klimaplanspiel für Stoelzle Oberglas. Die Durchführung wurde durch die Klima- und Energieinitiative des Landes Steiermark finanziert. Daran nahmen zehn Stoelzle-Lehrlinge teil. Im Mittelpunkt stand der fiktive, aber sehr realitätsnahe Fall „Klimapakt der Region Wurzelwald“: Die Teilnehmenden schlüpften in die Rollen von Entscheidungsträger*innen mehrerer Gemeinden, verhandelten Maßnahmen, wägten Interessen ab – und beschlossen am Ende gemeinsam einen Klimapakt. Was zunächst nach trockener Politik klingt, fühlte sich für die Lehrlinge eher an wie ein Live-Strategiespiel: Zeitdruck, begrenzte Ressourcen, unterschiedliche Perspektiven – und die Frage, was am Ende wirklich Wirkung zeigt. Genau darin liegt die Stärke des Formats: Klimaschutz wird nicht „unterrichtet“, sondern erlebt. „Ich dachte, Klimaschutz bedeutet immer Verzicht. Im Planspiel ging es dann vor allem darum, Ideen zu sammeln, fair zu verhandeln und im Team Lösungen zu finden“, sagt Julian, angehender Mechatroniker bei Stoelzle Oberglas. Im Planspiel arbeiteten die Lehrlinge unter anderem daran, wie Gemeinden gemeinsam Energie, Mobilität, Konsum, Natur- und Bodenschutz sowie Kreislaufwirtschaft anpacken können. Dabei wurde deutlich, wie schnell Zielkonflikte entstehen: Was bringt kurzfristig viel? Was kostet politisch oder finanziell? Und wie gewinnt man Menschen fürs Mitmachen? „Am spannendsten war, dass jede Entscheidung Folgen hatte – und dass man allein wenig schafft. Erst als wir als Region gedacht haben, wurde es richtig gut“, erzählt Hermann, ebenfalls Lehrling im Bereich Mechatronik. Für Stoelzle Oberglas ist das Planspiel ein Baustein, um junge Menschen in der Ausbildung nicht nur fachlich, sondern auch gesellschaftlich zu stärken – mit Verantwortung, Dialogfähigkeit und Zukunftskompetenzen. „Das war nicht ‚Schule‘ – das war echt. Man merkt plötzlich: Unsere Generation kann mitreden, wenn wir uns auskennen und zusammenhalten“, so Anika, die aus ihrer Lehre zur Industriekauffrau weiß, wie wichtig Teamgeist und Know-how in vielen Bereichen sind. Wie im Szenario des Planspiels vorgesehen, stand am Ende die gemeinsame Unterzeichnung des „Klimapakts der Region Wurzelwald“. Ein symbolischer Abschluss, der zeigt: Klimaschutz ist kein Solo-Projekt, sondern ein Gemeinschaftsvertrag.