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Jahresausstellung 2004: Trinkgläser in Vollendung

Frühe Trinkgefäße

Als allererstes „Trinkgefäß“ ist wohl die hohle Hand anzusehen. Auch zusammengerollte Blätter sowie ausgehöhlte Holzstücke dienten diesem Zweck. Holzgefäße, Ton- und Keramikbecher sind bei uns in manchen Gegenden bis ins vorige Jahrhundert verwendet worden.

Die frühesten Beispiele von Glasgefäßen stammen aus Ägypten, Syrien und Mesopotamien. Um 1500 v. Chr. wurden diese Gefäße in der Sandkern-Technik hergestellt. Es wurden Glasfäden auf einen Kern aus Sand und Ton aufgewickelt, nach dem Erkalten wurde der Sandkern mühevoll herausgekratzt.

 

 

 

Christi Geburt

Um Christi Geburt gab es in Rom die ersten Glaswerkstätten. In unser Gebiet kam die Glasproduktion wahrscheinlich im 1. Jahrhundert. Wein wurde damals in Tonamphoren gelagert und verschickt, auf den Tisch kam er in reich verzierten Glasgefäßen.

Mit der Erfindung der Glasmacherpfeife nahm das Glashandwerk einen enormen Aufschwung. Es konnten ganze Serien von gleicher Art erzeugt werden.

 

Mittelalter

Ab dem 12. Jahrhundert entstanden unter dem Einfluss von Klöstern vereinzelt Waldglashütten. Glasmacherfamilien siedelten sich in den Wäldern an und erzeugten dort verschiedene Arten von Gebrauchsglas z. B. dickwandige Schnapsgläser, einfache Weingläser, kleine Wassergläser und Flaschen mit dickem Boden. Dieses Glas war meist grünlich.

Der Wunsch der Glashersteller war es, ein Material zu finden, das sich ähnlich gut für Schliff und Schnitt eignet und ebenso klar ist wie der Bergkristall. Es gelang drei Kristallglasarten zu entwickeln:

 

Venezianische Trinkgläser

Cristallo: Dieses völlig klare und leicht zu verarbeitende Glas wurde zuerst nur in Venedig erzeugt. Der Nachteil bei Cristallo war jedoch, dass es sehr dünn und damit sehr zerbrechlich war.

Kreidekristallglas: Um 1863 wurde in Böhmen erstmals ein Kristallglas erwähnt, das an Klarheit und Brillanz dem Bleikristall ähnlich war. Dieses Glas mit hoher Lichtbrechung konnte durch Zugabe von Kreide statt Kalk erzeugt werden. Geschliffene und geschnittene Gläser kamen besonders zur Geltung und es war dicker und damit robuster als Cristallo.

Bleikristallglas: 1676 erfand der Engländer George Ravenscroft eine neue Mischung für Glas. Durch Zusatz von Bleioxid erhielt er ein leicht zu verarbeitendes brillantes Glas, das weniger empfindlich war als das venezianische Cristallo. Durch verschiedene Schliffarten und eine Säurepolitur erreichte man eine Brillanz und Lichtbrechung, die man bis dahin nicht für möglich gehalten hatte.

 

Trinkgläser in Vollendung

Glas ist das ideale Material als Trinkgefäß für Wein, Bier und Edelbrände, da es vollkommen geschmacks- und geruchsneutral und zudem durchsichtig ist. Die letzen Jahrzehnte brachten einen gewaltigen Fortschritt in der Qualität der Weine. Das Publikum verlangt neben besseren Weinen auch nach besseren Weingläsern.

Das dickwandige Heurigenglas weicht dem schlanken, dünnwandigen Stielglas und jeder Wein verlangt nach einem speziell dafür gestalteten Glas, welches die charakteristischen Merkmale von Frucht, Säure, Süße und Alkohol ideal zur Geltung bringt. Auf besonders gelungene Weise wird dieser Grundgedanke von Stölzle-Oberglas Lausitz umgesetzt. Für sehr gut duftende Edelbrände werden spezielle Trinkgläser mit einem sogenannten „Duftkamin“ verwendet.

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