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Jahresausstellung 2001: Glas & Medizin

GLAS für MEDIZIN und ERNÄHRUNG im Wandel der Zeit (-> Zeittafel)

 

Schon immer war die Menschheit von Krankheit und Schmerz geplagt. 

Von frühester Zeit an sah man Krankheiten als das böse Wirken missliebiger Götter oder Dämonen und legte deren Bekämpfung daher in die Hand der Priester und des gelehrten Tempelpersonals. Ausser Beschwörungen und geheimen Kulthandlungen wurden jedoch schon von Anfang an einfache Naturheilmittel angewendet. Diese Heilmittel, zumeist Salben oder Kräuter, mussten natürlich in Behältern aufbewahrt werden.

Solche Gefässe, ursprünglich aus Stein oder Ton geformt, wurden nach Entdeckung des Glases aus diesem zwar seltenem, aber gut geeigneten Material angefertigt.

 

Antike

Angefangen von den ägyptischen Balsamarien wurden die Grundformen nicht viel geändert. Die Römer hatten schon grosse Mengen von Glasbehältern, die wohl auch für kosmetische Salben und Parfum verwendet wurden. Auch Öl, Gewürze und anderer Küchenbedarf wurde in Glasbehältern aufbewahrt.

 

Mittelalter

Die Klosterapotheken des Mittelalters hatten schon genaue Vorschriften, was in Glas und was in Keramikgefässen aufzubewahren sei.

Die wahrscheinlich von den Arabern entdeckte Destillation fand im Mittelalter Eingang in die Apotheken und in die geheimnisvollen Labors der Alchemisten.

Aus diesen Labors und Apotheken entwickelte sich langsam eine bescheidene Heilmittelindustrie.  Die Apotheker stellten nach ihren Geheimrezepten verschiedene Tränke, Pulver und Salben her, die dann auch in Glasbehältern aufbewahrt und verkauft wurden. Die Apotheker erzeugten jedoch auch in kleinen Mengen Fruchtsäfte und Limonaden und machten Syrups und Hustenbonbons.

Die wandernden Kräutersammler , die ihre selbstgesammelten Heilkräuter auch verkauften, legten den Grundstock zu der Drogerie, welche sich schon bald von der Apotheke getrennt hatte. Die Drogerie verkaufte auch Parfums und Haushaltbedarf, der nicht in den Apotheken zu haben war.

 

 

 

Beginn der Neuzeit

In Amerika entstand das sogenante Drugstore, wo Patentmedizin und auch “ Icecream” und Zuckerwaren verkauft wurde und wo vor hundert Jahren das “Coca Cola”  mit anderen “Softdrinks”  seinen Siegeszug begann.

Die Entwicklung der wissenschaftlichen Medizin und der Chemie in der Neuzeit brachte einen Aufschwung in der Heilmittelerzeugung und führte schon bald zur Gründung einer chemischen Heilmittelindustrie.

 

 

 

 

Die Herstellung der Glasgefässe wurde von der Arbeit der kleinen Waldglashütten zur Massenherstellung in die moderne Glasfabrik verlegt.  Auch medizinische Instrumente und Heilbehelfe wurden aus Glas gefertigt.

Strenge Überwachung der Apotheken durch die Ärzteschaft und gesetzliche Regeln führten zur wissenschaftlichen Ausbildung der Apotheker, die ursprunglich auch Harn- und Blutuntersuchungen für den Arzt durchführten und dazu natürlich Glasgeräte brauchten.

 

Der Entwicklung all dieser Glasgegenstände und deren Herstellung war unsere Ausstellung "Glas für Medizin und Ernährung" im Jahre 2001 gewidmet. Auch Glas zur Lebensmittelaufbewahrung wurde darin behandelt. Die Herstellung solcher Gefässe in den heimischen Waldglashütten in der Steiermark und in Slovenien wurde in der Ausstellung anhand von seltenen Sammlerstücken gezeigt.

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