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Jahresausstellung 2002: Glas und Licht

Die Anfänge von Glas und künstlichem Licht

Als in grauer Vorzeit der Mensch nach künstlichem Licht (-> Geschichte des künstlichen Lichts) suchte, war wohl ein brennendes Holz von seiner Feuerstätte die erste tragbare Lichtquelle.

Der daraus entwickelte Kienspan , rauchend und russig, war seine erste Lampe in der Behausung.

Die Öllampe, eine einfache Tonschale , gefüllt mit Tier-oder Pflanzenfett war die nächste Stufe.

Wenn man von vereinzelten Versuchen mit Edelsteinen und Glimmerschiefer absieht, war es nötig, das Licht mit einem durchscheinenden Material einzuschliessen, um es vor dem Wind zu bewahren und auch, um es zu schmücken.

Das Glas war wohl der erste praktische Behälter für das künstliche Licht.

Auch das Licht , welches durch Öffnungen in der Wand eingelassen wurde, bedurfte des Glases. Obwohl wir von Fensterglas aus der Römerzeit wissen, ist uns nur wenig über gläserne Lampen bekannt.

 

Erste Öllampen

Erst die Beleuchtung der Moscheen des Islams bediente sich der Öllampe aus geblasenem Glas. Alle Techniken der Glasbehandlung aus dem Altertum wurden dazu benützt, diese Lampen zu verzieren. Das „Ewige Licht“ vor unseren Kirchenaltären hat diese Tradition fortgesetzt.

 

Im Mittelalter: Lampen und Butzenglas für Fenster

Die Burgen des Mittelalters und Kirchen und Klöster übernahmen in bescheidenem Ausmass derartige Lampen. Erst die Glastechnik Venedigs und der Prunk der Renaissance führte allmählich zur gläsernen Lampe als Luxusgegenstand.

Das Fensterglas , aus in Blei gefassten Butzenscheiben oder vereinzelt auch schon als Flachglas, fand seinen Einzug mit dem gehobenem Wohlstand.

Die Kirchen wurden durch farbige Kunstwerke aus Glas erleuchtet und die Herstellung der färbigen Gläser für Kirchenfenster hat die Entwicklung der gesamten Glastechnik bereichert.

Einfache tragbare Lampen mit Kerze oder Ölbrenner wurden aus Eisen oder Kupfer hergestellt und mit Glasscheiben versehen. Heute finden wir solche Lampen noch auf den Friedhöfen.

Der Bergmann und der Fuhrmann auf der nächtlichen Strasse brauchte auch das von der Zugluft geschützte Licht.

 

Renaissance: Optische Gläser

Schon die Renaissance brachte die Entwicklung der optischen Gläser für die einfache Brille bis zum Fernrohr und schliesslich zum Mikroskop und der fotografischen Kamera.

 

Industrielle Revolution: Petroleum, Leuchtglas, elektrisches Licht

Die industrielle Revolution im 19. Jahrhundert  brachte die Verwendung von Petroleum und Leuchtgas in den Lampen.

Das Karbidlicht wurde entdeckt und Auer von Welsbach brachte mit dem Glühstrumpf eine wesentliche Verbesserung des Gaslichtes.

Unzählige einfache und prunkvolle Beispiele der Lampen aus dieser Zeit sind heute wertvolle Sammlerstücke.

Erst das Ende des 19. Jahrhunderts brachte die praktische Anwendung der Elektrizität.

Das elektrische Licht , angewendet in der Glühlampe und im Bogenlicht ersetzte das Gaslicht und langsam auch die Petroleumlampe.

Moderne Fahrzeuge , Eisenbahn, Auto, Schiff und Flugzeug benötigen eine Vielfalt von Speziallampen für Beleuchtung und als Signal.

Theater und Film haben eigene Spezialanwendungen der gläsernen Leuchten herbeigeführt und unsere Städte erstrahlen im Licht der färbigen Neonreklame.

Wissenschaft , Medizin und Elektronik führten zur Entwicklung der Röntgenröhre, der verschiedenen Radio- und Fernsehröhren und natürlich zu der Anwendung von Spezialgläsern für die Lasertechnik und Leitungen aus Glasfasern erlauben die Übertragung von Bild, Ton und Daten in rasender Geschwindigkeit.

Die Leuchstoffröhre und spezielle Starklichtlampen ersparen Energie und prägen das Aussehen der nächtlichen Stadt.

Schliesslich hat auch die künstlerische Gestaltung der Leuchtkörper ihren Ausdruck in der modernen Architektur gefunden.

 

Beleuchtungskörper in traditioneller Glasmacher-Technik

Diese Anwendung ist besonders wichtig für die Glashütten, wo besonders gestaltete Beleuchtungskörper in kleinen Serien in Handarbeit hergestellt werden , wie zum Beispiel auch in Bärnbach.

Der fast unendlichen Vielfalt der Anwendung des Glases mit dem Licht galt unsere Ausstellung im Jahre 2002.

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